Camping & Reisen

Begonnen hat das Campingfieber um 1982 mit einem Zeltausflug übers Wochenende. Nachdem wir bis zum damaligen Zeitpunkt kein Zelt besessen haben, wurde kurzerhand ein ganz kleines Zwei-Mann-Zelt angekauft. Da wir am Zelten Gefallen gefunden hatten und ordentliche Ausrüstung ja bekanntlich das halbe Leben ist, haben wir gleich mit einem Steilwandzelt nebst allem erdenklichen Zubehör zugeschlagen. Wir sind ungefähr so, wie im österreichischen Schlager "Camping" von Pirron und Knapp (wer's kennt ..) besungen, dahergekommen.

Nach einigen Urlauben mit diesem großen Zelt (Aufbauzeit nicht unter 2 Stunden, was immer sehr unterhaltsam für die anderen, bereits fertig eingerichteten, Campinggäste war) gab es 1988 die denkwürdige Nacht an der kroatischen Küste, in der die heftig wehende Bora fast das Zelt weggeblasen hätte, wenn ich es nicht 5 Stunden lang am Gestänge festgehalten hätte. Mit diesem sehr einschneidenden Erlebnis haben wir das Kapitel Campen einmal für einige Jahre auf Eis gelegt.

Während dieser Campingpause haben wir kurz überlegt einen Wohnanhänger zu kaufen, allerdings hat uns davon die etwas mühevolle Fahrerei mit dem Auto abgehalten.

Nachdem aber das Herumzigeunern doch sehr schön ist, beschlossen wir dann 1995, uns einen Campingbus zuzulegen und begannen die Suche nach einem günstigen Gebrauchtfahrzeug. Durch eine glückliche Fügung des Schicksals wurden wir nach relativ kurzer Zeit fündig und erstanden im Herbst 1995 ein Fahrzeug, das noch dazu exakt unseren Vorstellungen entsprach. Es handelt sich um einen

weißen Ford Transit mit:

  • 70 PS Dieselmotor, Reichweite mit einer Tankfüllung ca. 650km
  • Automatikgetriebe
  • Servolenkung
  • Gasstandheizung (Trumatic 1800) mit elektronischem Thermostat
  • kompletter Campinginneneinrichtung (Münnichausbau)
  • Hochdach (das bedeutet jederzeit volle Stehhöhe) mit Schlafplätzen für 3-4 Personen
  • Kühlschrank (12V/220V/Gas)
  • 2 Gaskochstellen
  • Frisch- und Abwassertank (je 40 Liter)
  • zusätzlicher Versorgungsbatterie (130 Ah)
  • Energiezentrale (inklusive Ladegerät für alle Batterien)
  • Fahrradträger
  • Anhängerkupplung

Zu Ostern 1996 machten wir die erste einwöchige Ausfahrt in die Toskana und waren dank gründlicher Vorbereitung nahezu perfekt ausgerüstet. Nachdem alles so gut geklappt hatte, planten wir für den Sommer eine Reise nach Dänemark und Schweden, wo wir dann auch zweieinhalb Wochen verbrachten.

Ein nicht unbedeutender Motivationspunkt zum Ankauf dieses Fahrzeuges war, dass ich dabei im Urlaub meinem Hobby, dem Amateurfunk, in aller Ruhe und aus großer Entfernung zu Österreich nachgehen kann. Die Urlaubsziele werden daher immer so gewählt, dass mindestens 1000km zwischen Ostösterreich (wir wohnen in Kaltenleutgeben bei Wien) und dem Urlaubsort liegen.
Außerdem fühle ich mich erst dann so richtig im Urlaub, wenn wir mehr als eine Tagesreise von zu Hause entfernt sind und ich Geldscheine anderer Währung in der Hand halte (was sich leider mit der Einführung des Euro geändert hat).

Im Laufe der Jahre haben wir schon an die 60.000 Kilometer zurückgelegt und uns so manchen Herausforderungen gestellt:

Datum   Reise nach km
Ostern 1996   Toskana
2567
Pfingsten 1996 Paßstraßen Westösterreichs
2383
Sommer 1996 Dänemark und Schweden
5684
Herbst 1996 Venedig
1373
Ostern 1997 Côte d' Azur
3283
Pfingsten 1997 Paßstraßen Südtirols, Gardasee
1773
Herbst 1997 Südtirol
1388
Ostern 1998 Toskana Toskana
2717
Sommer 1998 Südengland
4926
Ostern 1999 Provence (und Côte d' Azur)
3456
Pfingsten 1999 Südtirol
1332
Sommer 1999 Ostschweizer Alpenpässe
2261
August 2000 Bergsteigen in Südtirol
1701
August 2000 Westschweiz und Savoyen
3162
Juli 2001 Nordkap
11462
August 2002 Bergsteigen in Südtirol, Venedig
1717
September 2002 Fly & Drive
Bretagne
 
August 2003 Fly & Drive
Schottland
 
April 2004 Prag und Moldau
 
Juli/August 2005 Bodensee - Comosee - Gardasee
'
 
Oktober 2005 Gardasee
'
 
Juni
2006
Toskana

 
Juli/August
2006
Hohe Tatra & Sächsische Schweiz

 
Ostern 2007 Triest

 
Mai 2007 Mosel
 
Juli 2007 Kanalinseln
 
Juli 2007 Madeira

 

Um am jeweiligen Urlaubsort einen Campingplatz mit sanitärer Mindestausstattung zu finden, empfiehlt sich die Anschaffung des ADAC Campingführers. Dort sind alle relevanten Campingplätze kurz aber ausreichend beschrieben. Man sagt uns Österreichern zu den deutschen Nachbarn ja eine eher ambivalente Beziehung nach; aber vor dieser "deutschen Gründlichkeit", wie sie in diesem Führer zum Ausdruck kommt, ziehe ich meinen Hut.

Wir hoffen, das Lesen unserer Reiseberichte hat ein wenig Spaß gemacht; den meisten Spaß hatten wir ja schon bei unseren Ausfahrten; aber hier kann jeder daran teilhaben, der möchte.

 

Viele Grüße und Freude beim Selbstcampen

Andy und Andrea


This page was last updated on: 14.11.2011